FSM-Exkursion nach Freiburg

„Das schönste Land in Deutschlands Gau‘n, das ist das Badner Land“, so lauten die ersten Worte des Badner Liedes. Wieviel Wahrheit tatsächlich dahinter steckt, davon überzeugte sich die FSM Mitte Juni bei ihrer Mitgliederexkursion 2014.

Von Katrin Stockheim,

Stadt der Zähringer, ehemaliger Regierungssitz von Vorderösterreich, Universitätsstadt, Radstadt, Stadt der „Bächle“ oder „grüne Hauptstadt“ Deutschlands sind nur einige Umschreibungen für die 210.000 Einwohner umfassende kreisfreie Großstadt Freiburg im Breisgau, die die Freisinger Mitte auf ihrer Mitgliederexkursion 2014 vom 19. bis 21. Juni besuchte. Übernachtet und gefrühstückt wurde im gemütlichen Caritas Tagungshotel am Fuße des Freiburger Schlossbergs. Auf dem Weg in die Altstadt ging es durch den Stadtpark, der stets durch spielende Kinder, sportelnde junge Menschen, relaxende Arbeitnehmer und kreative Künstler belebt war. Am Anreisetag machten sich die Exkursionsteilnehmer während einer Stadtführung mit der Historie und den gegenwärtigen städtebaulichen Gegebenheiten vertraut. Abends erwarteten „Brägele“, Leberle sauer und Maultaschen die Freisinger im „Goldenen Anker“.

Tag zwei begann mit einem Informationsgespräch beim Studierendenwerk Freiburg. Durch Öffentlichkeitsreferentin Ute Krystof erfuhren die Mitglieder der FSM von einigen interessanten Ideen, durch die sich auch in Freising die Wohnungssuche für Studierende erleichtern ließe. Mit Beispielmaterial für die FSM-Ausschüsse bepackt konnte im Anschluss das durchaus genießbare Essen in der Universitätsmensa eingenommen werden. Nach dem Mittagessen erwartete Stadtplaner Ingo Breuker die Exkursionsteilnehmer im Sitzungssaal des Technischen Rathauses. Er präsentierte erste Ergebnisse der „Projektgruppe Dietenbach“, die seit Beginn des Jahres 2014 Informationen, Zahlen und Fakten für den Bau eines neuen Stadtteils für etwa 10.000 weitere Einwohner sammelt. Hierbei prüft die Stadt Freiburg verschiedene Möglichkeiten, um eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche von bis zu hundert Hektar in Bauland umzuwandeln. Dabei gilt es Kriterien wie ausreichende Größe, Nähe zur Innenstadt, siedlungsstrukturelle Anbindung an die Kernstadt, den Stadtbahnanschluss, nationalen wie auch europaweiten Gebietsschutz und die Bedeutung für das Stadt- und Landschaftsbild im Rahmen einer vertiefenden Untersuchungen zu berücksichtigen. Eine weitere entscheidende Rolle in den aktuellen Vorbereitungen spielen die Refinanzierung der für das Projekt vorgesehenen öffentlichen Einrichtungen und Infrastrukturmaßnahmen, eine sorgfältige Abwägung privater und öffentlicher Belange sowie eine gesamtstädtische beziehungsweise stadtteilbezogene Analyse der sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse. Ein Ergebnis dieser Voruntersuchungen erhofft sich die Projektgruppe bis Ende 2015, sodass 2016 mit dem Ankauf der Grundstücke, dem Architektenwettbewerb wie auch der Bauleitplanung und ab 2020 mit dem Bau der ersten Häuser begonnen werden könnte. Zum Ausklang dieses informativen Tages reisten die FSM-Mitglieder mit der Bahn ins nahegelegene Ihringen am Kaiserstuhl, der wärmsten Gemeinde Deutschlands. Hier konnte eine Vielfalt an badischen Weinen gemeinsam mit Zwiebelkuchen, Schnecken im „Weckle“ und Schupfnudeln genossen werden.

Vor der Heimreise besuchte die FSM am Tag drei noch die Stadt Staufen, die sich südlich von Freiburg mit ihren 7.000 Einwohnern idyllisch an den Fuß des Schwarzwaldes schmiegt. Vormittags gewährte die Schnapsbrennerei Schladerer Einblicke in die Herstellung ihres national bekannten Tropfens. Nach dem Mittagessen folgte eine geothermische Führung durch die historischen Gassen der Fauststadt. Um sich dem geologischen Nachhaltigkeitsgedanken der südbadischen Region anzuschließen, hatte der Staufener Stadtrat entschieden, im Rahmen der 2007 durchgeführten Sanierung des Rathauses auf Erdwärme umzusteigen. Der Antrag der Stadt für die dafür notwendigen sieben Bohrlöcher bis zu einer Tiefe von 140 Metern wurde vom Landesamt für Geologie, Bergbau und Rohstoffe und der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes genehmigt. Ende des Jahres tauchten am Rathaus und an weiteren Gebäuden in der Altstadt erste Haarrisse auf, die sich ständig vergrößerten. Inzwischen sind über 120 Häuser in der als Gesamtensemble denkmalgeschützten Altstadt betroffen. Seit Mitte 2008 liegt ein erstes Gutachten vor, das beschreibt, was seit den Bohrungen im Untergrund Staufens vor sich geht: Aufgrund mangelhafter Abdichtungen von zwei Bohrlöchern konnte Wasser in eine in 75 Metern Tiefe gelegene Gips-Keuperschicht eindringen, wodurch das Material begonnen hat, zu quellen. Nachdem sich der Boden an der Oberflächen zu Beginn durchschnittlich einen Zentimeter pro Monat angehoben hatte, liegt die Hebung nach sieben Jahren aktuell bei drei Millimetern monatlich. Das Gebiet Rund um die Bohrlöcher samt dem mittelalterlichen Rathaus hat sich bis heute um einen halben Meter angehoben. Ein Ende des Quellvorgangs ist jedoch noch nicht abzusehen. Der finanzielle Schaden beläuft sich aktuell auf 50 Millionen Euro. Beeindruckt von den Auswirkungen einer eigentlich zukunftsweisenden politischen Entscheidung ließen sich die Exkursionsteilnehmer im Anschluss nochmals ein fruchtiges Eis unter der badischen Sonne schmecken, bevor sie sich verabschiedeten und mit zahlreichen politischen Eindrücken im Gepäck auf die Rückreise in die Heimat nach Freising machten.

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