Freisinger Mitte gegen den Bau der 3. Startbahn

Pritschenwagen, Sargträger, Trauerkerzen und ein Totenschrein: Dies ist die Ausrüstung für den Trauerzug der lokalen Wählervereinigung „Freisinger Mitte“ (FSM) über den Mittleren Ring und durch die Münchner Innenstadt.

Von Katrin Stockheim,

Bevor der drohende Ausbau des Münchner Flughafens ein liebenswertes Zuhause und eine gesunde Stadtentwicklung zunichtemacht, tragen Mitglieder der FSM ihre Heimat morgen, 9. Juni 2012, symbolisch zu Grabe. Fünf Stunden wird ein schwarzer Leichenwagen an Stachus, Maximiliansplatz und Leopoldstraße mehrfach vorbeirollen. An vier Stationen – Münchner Verantwortungsträger, die den Bau der 3. Startbahn am Flughafen befürworten – wird angehalten, der Sarg abgeladen, in stillem Gedenken vor den Haupteingang des Firmengebäudes gezogen und eine Schweigeminute für die Zerstörung von Natur, Zuhause, Wohn- und Lebensraum eingelegt.

Die Namen der „Gedenkstationen“ wird die FSM erst kurz vor Anfahrt bekannt geben. Bei Interesse informieren wir Sie gerne kurzfristig telefonisch. Im Anschluss an die Aktion stellen wir Ihnen kostenlose Bilder zur Verfügung. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie eine Meldung über die Mahnwache der FSM in einer Ihrer kommenden Ausgaben vor den Bürgerentscheid veröffentlichen würden. Herzlichen Dank!

Mit dieser symbolischen Leichenfahrt lenkt die FSM den Fokus auf die Problematik für die Freisinger Stadtentwicklung. Ein Ausbau des Flughafens im Erdinger Moos hat in mehrfacher Hinsicht fatale Folgen für Freising. Erstens wären weite Teile des Stadtgebiets konkret von weiterer Verlärmung und Verschmutzung betroffen, ein Teil des Ortes Attaching müsste abgesiedelt werden, Naherholungsgebiete, Sport- und Freizeiteinrichtungen wären unbenutzbar. Zweitens wäre die Stadt in ihrer weiteren Entwicklung, die vor dem Hintergrund des großen Siedlungsdrucks im Großraum München unumgänglich ist, beschnitten: Eine ausgewogene und einigermaßen gleichmäßige Stadtentwicklung nach allen Richtungen wäre nicht mehr möglich. Vor allem der Süden und Südosten der Stadt wäre nicht mehr oder nur noch unter Belastung bewohnbar. Das Dilemma für Freising: Einerseits muss die Stadt wachsen, da man sich dem Siedlungsdruck im Großraum München nicht entziehen kann und durch ein kontrolliertes Wachstum die hohen Grundstücks- und Mietpreise zumindest konstant gehalten werden können. Andererseits verliert Freising mit dem Flughafenausbau teilweise oder ganz die hierfür notwendigen Entwicklungsflächen.

Die Autorin
Katrin Stockheim
Stadträtin Katrin Stockheim ist Mitglied des Planungsausschusses und des Rechnungsprüfungsausschusses des Freisinger Stadtrats. Weiterlesen ...

Zurück